Jugendschutz im Internet – Bericht 2025

KI-Chatbots, virtuelle Influencer:innen oder neue Shopping-Funktionen auf Social-Media-Plattformen, digitale Angebote entwickeln sich derzeit so schnell wie kaum zuvor. Gleichzeitig entstehen neue Risiken für Kinder und Jugendliche, auf die bestehende Schutzmaßnahmen häufig nicht vorbereitet sind. Der aktuelle Jahresbericht 2025 von jugendschutz.net zeigt, welche Entwicklungen den Jugendmedienschutz derzeit besonders prägen und wo Plattformen weiterhin ihrer Verantwortung nicht ausreichend nachkommen.

QueeResilience Workshop-Module

Ein Meme kann verletzen, ein Kommentar kann ausschließen, ein Chatverlauf kann belasten. Gleichzeitig können digitale Räume für (queere) Jugendliche auch Orte sein, an denen sie Unterstützung finden, sich ausprobieren und Gemeinschaft erleben. Genau in diesem Spannungsfeld setzen die QueeResilience Workshop-Module an. Sie verbinden Medienbildung, Resilienzförderung und soziale-emotionale Kompetenzen und stellen konkrete Konzepte für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen zur Verfügung. Veröffentlicht wurden die Materialien von der Stiftung Digitale Chancen im Rahmen des europäischen Projekts QueeResilience.

Grok: Hass und Extremismus-Content durch KI

Hassrede, Desinformation oder extremistische Inhalte werden meist mit Sozialen Netzwerken in Verbindung gebracht. Mit generativen KI-Systemen entsteht jedoch eine neue Situation. Denn die Inhalte werden nicht mehr nur gefunden oder weiterverbreitet, sondern können auf Anfrage direkt erzeugt werden. Gleichzeitig nutzen viele Menschen KI-Chatbots inzwischen ähnlich wie Suchmaschinen, um Informationen zu recherchieren oder Fragen beantworten zu lassen. Umso problematischer wird es, wenn dabei historische Fakten verzerrt, problematische Inhalte unkritisch wiedergegeben oder extremistische Narrative ohne Einordnung ausgegeben werden. Der aktuelle Report von jugendschutz.net untersucht diese Entwicklung am Beispiel des KI-Chatbots Grok des Unternehmens xAI und zeigt, welche Herausforderungen daraus für den Jugendmedienschutz entstehen.

Rechtsextremismus im Internet und in den sozialen Medien

Ein scheinbar harmloses Emoji, ein Meme im Gruppenchat, ein kurzer Clip auf TikTok oder ein Lied, das plötzlich alle mitsingen: Rechtsextreme Inhalte begegnen Kindern und Jugendlichen heute oft nicht mehr offen und eindeutig, sondern versteckt in Alltagstrends, Humor, Musik oder Gaming-Communities. Genau deshalb ist es für Eltern wichtig, aufmerksam zu bleiben und mit ihren Kindern im Gespräch zu sein. Die vorliegende Broschüre von klicksafe gibt dafür eine verständliche Orientierung in Einfacher Sprache.

Youth Panel Guide

Zwischen endlosem Scrollen, Gruppenchats, Desinformation und KI bewegen sich Jugendliche heute täglich durch digitale Räume, die gleichzeitig unterhalten, informieren und belasten können. Viele der Probleme, über die Erwachsene sprechen, kennen junge Menschen längst aus ihrem Alltag, oft sehr konkret und unmittelbar. Genau dort setzt der vorliegende Youth Panel Guide von klicksafe an. Besonders ist dabei die Perspektive. Denn der Ratgeber wurde vom klicksafe Youth Panel entwickelt und richtet sich direkt an Jugendliche. Im Mittelpunkt stehen Erfahrungen, Beobachtungen und Tipps von jungen Menschen selbst. Dadurch wirkt der Guide deutlich näher an der Lebensrealität digitaler Mediennutzung als viele klassische Informationsmaterialien.

Epstein-Files: Anlass für Hass und Propaganda online

Die Debatte um den Missbrauchsskandal rund um Jeffrey Epstein sorgt seit Jahren weltweit für Schlagzeilen. Neue Veröffentlichungen von Ermittlungsakten und die Diskussion über mögliche Verbindungen zu prominenten Persönlichkeiten rücken das Thema immer wieder in den Fokus öffentlicher Aufmerksamkeit. Skandalthemen wie dieses verbreiten sich heute oft nicht nur über Nachrichtenportale, sondern auch in Form von Clips, Memes oder emotional zugespitzten Kommentaren in Sozialen Netzwerken. Gerade wenn reale Gewaltverbrechen und politische Debatten aufeinandertreffen, entstehen schnell Dynamiken, in denen Unsicherheit, Empörung und Spekulation miteinander verschmelzen. Der aktuelle Report von jugendschutz.net zeigt, wie die Veröffentlichung der sog. Epstein-Files online aufgegriffen wird und welche Risiken sich daraus insbesondere für junge Nutzer:innen ergeben.

Meinungsblasen und Extremismus auf TikTok

Kurze Videos, Trendsounds und eine endlose Abfolge neuer Inhalte machen TikTok für viele Jugendliche zu einer der beliebtesten und wichtigsten Plattformen im digitalen Alltag. Neben Unterhaltung wird der Dienst zunehmend auch zur Informationsquelle über gesellschaftliche und politische Themen. Genau hier setzt der aktuelle Report von jugendschutz.net an. Er untersucht, wie Meinungsblasen, Desinformation und extremistische Inhalte auf TikTok entstehen und welche Risiken sich daraus insbesondere für junge Nutzer:innen ergeben.

Wissen von A bis Z

Fragen zu Mediennutzung, Risiken im Netz oder rechtlichen Regelungen tauchen im Alltag häufig auf. Begriffe wie Cybergrooming, Alterskennzeichnung oder Jugendschutzprogramme sind dabei zwar geläufig, werden aber nicht immer einheitlich verstanden. Das Online-Lexikon der Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) bündelt zentrale Begriffe aus Jugendmedienschutz und Medienbildung und ordnet sie verständlich ein.