Fortnite: Battle Royale – Überleben bis zum Schluss

Titelbild Themenpapier Fortnite: Battle Royale Auf vielen Schulhöfen ist es Thema, und in vielen Familien sorgt es für Diskussionsstoff: das Spiel „Fortnite: Battle Royale“. Zu Spitzenzeiten sind bis zu einer Million SpielerInnen gleichzeitig auf den Servern des Onlinegames unterwegs. Das Spielziel ist dabei so simpel wie grausam: Überleben. So beginnt man jede Runde mit 100 anderen SpielerInnen auf einem Spielfeld. Jede Spielfigur ist dabei lediglich mit einer Axt bewaffnet. Diese dient zum Sammeln von Rohstoffen, aber auch zum Kämpfen. Im sogenannten PvP-Modus können sich SpielerInnen gegenseitig töten, alle sind also Jäger und Gejagte gleichzeitig. Zum Schluss kann es nur einen Überlebenden geben – das sorgt für Nervenkitzel.

In Familien wie in Fachkreisen wird diskutiert, inwiefern das Spiel für Jugendliche überhaupt geeignet ist. jugendschutz.net hat es sich daher unter dem Aspekt des Jugend(medien)schutzes genauer angeschaut und die Ergebnisse in einem Themenpapier gebündelt. Auf drei Seiten stellen die AutorInnen das Spiel näher vor, beleuchten dabei die problematischen Aspekte und ordnen sie ein.

Identifikationsmöglichkeiten gering

So ist die cartoonartige Grafik bunt und wirkt positiv und humorig, Blut wird nicht dargestellt, getötete Spielfiguren verschwinden lediglich aus dem Spiel. Gleichzeitig ist das Identifikationspotenzial mit der eigenen Figur eher gering, da in jeder Runde eine zufällig ausgewählte Spielfigur zum Einsatz kommt. Dennoch handelt es sich um erkennbar menschliche Personen. Die einzelne Spielerin/der einzelne Spieler steht ständig unter Druck, nicht getötet zu werden. So kann die Angst vor dem Tod im Spiel durchaus Stress auslösen.

Auch wenn jugendschutz.net konstatiert, dass Verrohungstendenzen durch die Gewaltszenen nicht zu befürchten seien, können manche Kinder durch das Spielgeschehen und den dauerhaften Handlungsdruck verängstigt oder überfordert werden. Ob das Spiel also für ein Kind geeignet ist, hängt vom individuellen Entwicklungsstand ab. Sinnvoll ist, dass Eltern und Kinder gemeinsam darüber diskutieren und eine Entscheidung treffen, da ein einfaches Verbot vermutlich zu kurz greift. Denn eine Alterskontrolle findet bei einem Zugriff über Spielekonsolen wie PS4 oder Xbox oder als App nicht statt, sodass auch jüngere Kinder Zugang haben könnten.

Auch In-App-Käufe im Spiel können schnell zu einer Kostenfalle werden. Um die eigene Spielfigur mit neuen „Skins“ auszustatten, ihr also ein neues Aussehen zu verleihen, kann Spielwährung ausgegeben werden. Diese ist wiederum für echtes Geld zu haben. Auch wenn das Spiel nach Angaben von jugendschutz.net keinen direkten Kaufdruck ausübt, besteht hier trotzdem die Gefahr, den Überblick zu verlieren.

Wie bei allen Online-Multiplayer-Spielen besteht auch bei „Fortnite: Battle Royale“ das Risiko ungewollter Kontaktaufnahmen. Weitere Informationen zu diesem Thema findet sich beispielsweise in der Broschüre der Reihe Game Life.

Für alle Fachkräfte und Familienangehörigen, die mehr über das Spiel wissen wollen, bietet das Themenheft eine schnelle Einschätzung über die wichtigsten Funktionen und Risiken.

 

Titel:
Themenpapier Fortnite: Battle Royale – Überleben bis zum Schluss. Faszination und Risiken des Onlinespiels für Kinder und Jugendliche
Autor/Herausgeber (Erscheinungsjahr):

jugendschutz.net (2018)

 

Download als Pdf über die Website des Herausgebers:

www.hass-im-netz.info

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