TikTok – Kinder und Jugendliche für Risiken sensibilisieren

Titel "Praxisinfos TikTok" von jugenschutz.net Knapp über vier Millionen NutzerInnen aus Deutschland hat TikTok. Mit der App, früher unter dem Namen Musical.ly bekannt, lassen sich kurze Videoclips selbst erstellen und kreativ bearbeiten, zum Beispiel mit Musik hinterlegen und mit Filtern und Stickern versehen. Besonders beliebt sind sogenannte LipSync-Videos, in denen das Lied playback gesungen und dazu getanzt wird, aber auch Themen wie Sport oder Comedy. Meist geht es um witzige, spontane Selbstdarstellung auf der Bühne – was vielen Kindern und Jugendlichen großen Spaß macht.

Die App darf zwar laut AGBs erst ab 13 Jahren genutzt werden – aber da keine Altersprüfung stattfindet, können sich auch jüngere Kinder mit einem falschen Alter anmelden. Laut jugendschutz.net bewegen sich auch Kinder zwischen acht und zwölf Jahren auf der Plattform. Dabei bergen insbesondere die Communityfunktion der App erhebliche Interaktionsrisiken.

Problematische Voreinstellungen

Gerade für minderjährige NutzerInnen von TikTok sind die Voreinstellungen der App problematisch: Öffentlich einsehbare Profile ermöglichen, dass andere NutzerInnen alles sehen und kommentieren und Kontakt aufnehmen können. Mit der Aussicht auf Likes und Follower besteht jedoch auch das Risiko, zu weit zu gehen und zu viel von sich preiszugeben. Sich freizügig zu präsentieren für ein Publikum, das möglicherweise genau das fordert, ist also keine Seltenheit.

Die Veröffentlichung von privaten Daten birgt weiterhin die Gefahr der sexuellen Belästigung durch Fremde und die Anbahnung von Missbrauchshandlungen. Auch Cybermobbing ist auf der Plattform ein Thema.

Ebenfalls können Kinder und Jugendliche in Kostenfallen tappen, denn mit „Geldgeschenken“ lassen sich andere NutzerInnen innerhalb der kostenlosen App auf sich aufmerksam machen und unterstützen. Für die dafür nötigen Coins muss echtes Geld per In-App-Kauf ausgegeben werden.

In Form einer kurzen, siebenseitigen „Praxisinfo“ hat jugendschutz.net daher speziell für die App TikTok Informationen zusammengestellt. Sie beleuchtet mögliche Problembereiche der Nutzung und ist daher für Eltern wie für (Medien-)PädagogInnen gleichermaßen von Interesse. Gleichzeitig gibt sie Tipps für eine sicherere Nutzung der App. Die letzte Seite der Broschüre bündelt Tipps, die sich gezielt an Kinder und Jugendliche richten.

 

Titel:

TikTok – Kinder und Jugendliche für Risiken sensibilisieren

Autor/Herausgeber (Erscheinungsjahr):

jugendschutz.net (2019)

Download als Pdf über die Website des Herausgebers:

www.jugendschutz.net

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