Ein Meme kann verletzen, ein Kommentar kann ausschließen, ein Chatverlauf kann belasten. Gleichzeitig können digitale Räume für (queere) Jugendliche auch Orte sein, an denen sie Unterstützung finden, sich ausprobieren und Gemeinschaft erleben. Genau in diesem Spannungsfeld setzen die QueeResilience Workshop-Module an. Sie verbinden Medienbildung, Resilienzförderung und soziale-emotionale Kompetenzen und stellen konkrete Konzepte für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen zur Verfügung. Veröffentlicht wurden die Materialien von der Stiftung Digitale Chancen im Rahmen des europäischen Projekts QueeResilience.
Risiken erkennen, Ressourcen stärken
Die Workshop-Module sind in drei Bereiche gegliedert: Risiken und Stressoren, Potenziale und Nutzen sowie digitales Engagement. Damit nehmen sie nicht nur problematische Erfahrungen wie Hate Speech, Cybermobbing oder Desinformation in den Blick, sondern fragen auch danach, wie digitale Medien stärkend genutzt werden können. Im Modul „Digitaler Minderheitenstress“ geht es etwa darum, wie sich Belastungen in Sozialen Medien, Chats, Games oder Plattformen zeigen können. Das Modul „Intersektionalität verstehen“ behandelt mehrfache Diskriminierung in Online-Räumen. Im Workshop zu Cybermobbing stehen Selbstschutz, Unterstützung durch andere und konkrete Handlungsstrategien im Mittelpunkt.
Der zweite Bereich richtet den Blick stärker auf digitale Ressourcen. Das Modul „Digitale Balance“ fragt danach, wie digitale Medien zum Wohlbefinden beitragen können, ohne Belastungen auszublenden. Bei „Community-Manager*innen werden“ geht es wiederum um die Gestaltung sicherer und inklusiver digitaler Räume. Die Teilnehmenden setzen sich unter anderem mit Moderation, mentaler Gesundheit, Grenzen und Unterstützung in Online-Communitys auseinander. Damit eignen sich die Materialien besonders für Kontexte, in denen Jugendliche nicht nur über Risiken sprechen, sondern digitale Räume aktiv mitgestalten sollen.
Workshops für Jugend- und Bildungsarbeit
Im Bereich digitales Engagement stehen Handlungsmöglichkeiten im Vordergrund. So thematisiert der Workshop „Digitales Allyship“, wie junge Menschen online solidarisch handeln können, ohne Betroffene zusätzlich zu gefährden oder sich selbst zu überfordern. Das Modul „Hate neu framen“ arbeitet mit Memes, Humor und Reframing. Jugendliche sollen hier lernen, Hassbotschaften nicht einfach stehen zu lassen, sondern kreative und stärkende Antworten zu entwickeln.
Die Konzepte arbeiten mit interaktiven Methoden, Reflexionsaufgaben, Szenarien und Gruppenübungen. Sie enthalten Angaben zu Dauer, Zielgruppe, Gruppengröße, Lernzielen, Materialbedarf und möglichen Triggern. Hinweise wie diese sind für die Praxis wichtig, weil Themen wie Diskriminierung, Outing, Mobbing oder psychische Belastung sensibel moderiert werden müssen. Die Module richten sich vor allem an die non-formale Jugend- und Jugendsozialarbeit sowie an medienpädagogische Angebote, können aber auch im Unterricht eingesetzt werden. Für Multiplikator:innen bieten sie einen umfangreichen Methodenpool, um mit Jugendlichen über digitale Sicherheit, Zugehörigkeit, Selbstfürsorge und solidarisches Handeln im Netz zu arbeiten.
Titel
QueeResilience Workshop-Module
quelle (Erscheinungsjahr)
Stiftung Digitale Chancen (2026)
Link zu den Workshop-Modulen: