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Entwicklung stärken, Verantwortung übernehmen

Wie können Kinder und Jugendliche in einer digitalen Welt geschützt werden, ohne ihre Möglichkeiten zur Teilhabe und selbstbestimmten Mediennutzung einzuschränken? Mit den Handlungsempfehlungen „Entwicklung stärken, Verantwortung übernehmen“ greift die Unabhängige Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ diese Frage auf. Die Kommission wurde 2025 vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend eingesetzt und verbindet in der Publikation Erkenntnisse aus Wissenschaft, Praxis und Recht mit konkreten Vorschlägen für den digitalen Kinder- und Jugendschutz. Das umfangreiche Papier richtet sich unter anderem an Fachkräfte und Verantwortliche aus Bildung, Kinder- und Jugendhilfe, Politik und Zivilgesellschaft sowie an Eltern und junge Menschen.

Recht am eigenen Bild

Das Klassenfoto landet auf der Schulhomepage, ein Schnappschuss von der Party wird in der Messenger-Gruppe geteilt und im Hintergrund eines Videos sind plötzlich Personen zu sehen, die gar nicht aufgenommen werden wollten. Dass mit jeder Aufnahme auch Persönlichkeitsrechte berührt werden können, gerät dabei schnell aus dem Blick. Die Broschüre „Recht am eigenen Bild – Tipps, Tricks und Klicks“ der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) erklärt, welche Regeln beim Fotografieren, Filmen und Veröffentlichen gelten.

#Kinder sind kein Content

Ein Foto vom ersten Schultag, ein kurzes Video aus dem Urlaub oder ein lustiger Moment am Esstisch; viele Familien teilen solche Aufnahmen ganz selbstverständlich über Messenger, Soziale Medien oder Cloud-Dienste. Was privat und harmlos wirkt, kann für Kinder jedoch langfristige Folgen haben. Denn jedes Bild hinterlässt digitale Spuren, über die Kinder oft nicht selbst entscheiden können. Und oft ist dabei nicht klar, wer die Inhalte tatsächlich sieht oder weiterverbreitet. Auch Jahre später können solche Aufnahmen noch auffindbar sein und das Kind in unangenehme Situationen bringen. Mit dem Flyer „#Kinder sind kein Content“ greift klicksafe genau dieses Thema auf und gibt Eltern konkrete Hinweise zum verantwortungsvollen Umgang mit Kinderbildern und -videos im Netz.

Darstellung von Babys und Kleinkindern in monetarisierten Social-Media-Profilen

Fotos und Videos von Kindern gehören für viele Eltern inzwischen selbstverständlich zur eigenen Mediennutzung dazu. Sie werden in Familienchats geteilt, auf privaten Profilen veröffentlicht oder als Erinnerungen gespeichert. Anders verhält es sich jedoch, wenn Kinder regelmäßig auf öffentlich zugänglichen und kommerziell ausgerichteten Social-Media-Profilen erscheinen. Denn in diesem Fall werden private Einblicke in das Familienleben nicht nur mit anderen geteilt, sondern können auch Teil eines Geschäftsmodells werden. Genau hier setzt die Studie „Darstellung von Babys und Kleinkindern in monetarisierten Social-Media-Profilen“ des Hans-Bredow-Instituts an. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Babys und Kleinkinder im Alter von 0 bis 5 Jahren auf deutschsprachigen Familienprofilen bei Instagram, TikTok und YouTube dargestellt werden und welche rechtlichen sowie medienethischen Herausforderungen sich daraus ergeben.

Wissen von A bis Z

Fragen zu Mediennutzung, Risiken im Netz oder rechtlichen Regelungen tauchen im Alltag häufig auf. Begriffe wie Cybergrooming, Alterskennzeichnung oder Jugendschutzprogramme sind dabei zwar geläufig, werden aber nicht immer einheitlich verstanden. Das Online-Lexikon der Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) bündelt zentrale Begriffe aus Jugendmedienschutz und Medienbildung und ordnet sie verständlich ein.

Das Gesetz über digitale Dienste (DSA) verstehen

Soziale Netzwerke, Spieleplattformen und Videodienste gehören für Kinder und Jugendliche selbstverständlich zum Alltag. Gleichzeitig entstehen dort Risiken wie problematische Inhalte, Kontaktaufnahme durch Fremde oder kommerzielle Beeinflussung. Mit dem Gesetz über digitale Dienste (Digital Services Act, DSA) hat die Europäische Union Regeln geschaffen, die Online-Plattformen stärker in die Verantwortung nehmen sollen. Die vorliegende Broschüre der Europäische Kommission Generaldirektion für Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologie erklärt diese Vorgaben kindgerecht und macht sichtbar, was sie für junge Nutzer:innen bedeuten.