KI-Chatbots, virtuelle Influencer:innen oder neue Shopping-Funktionen auf Social-Media-Plattformen, digitale Angebote entwickeln sich derzeit so schnell wie kaum zuvor. Gleichzeitig entstehen neue Risiken für Kinder und Jugendliche, auf die bestehende Schutzmaßnahmen häufig nicht vorbereitet sind. Der aktuelle Jahresbericht 2025 von jugendschutz.net zeigt, welche Entwicklungen den Jugendmedienschutz derzeit besonders prägen und wo Plattformen weiterhin ihrer Verantwortung nicht ausreichend nachkommen.
Neue Risiken durch KI und Plattformen
Einen Schwerpunkt legt der Bericht auf Künstliche Intelligenz. So untersucht jugendschutz.net unter anderem Charakter-Bots, die Beziehungen simulieren, sowie KI-generierte Profile auf Social-Media-Plattformen. Darüber hinaus werden virtuelle Influencer:innen, Family-Influencing, Social Commerce oder der TikTok-Trend #Skinnytok als aktuelle Gefährdungsphänomene eingeordnet. Auch Hass und Extremismus auf Discord sowie die Sexualisierung von Kindern auf Snapchat gehören zu den Themen des Berichts.
Darüber hinaus überprüfte jugendschutz.net die Schutzmaßnahmen großer Plattformen wie TikTok, Instagram, YouTube, Snapchat, WhatsApp und Spotify. Untersucht wurden unter anderem neue KI-Funktionen, Shopping-Angebote, Community-Features und Meldesysteme. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Dienste zwar einzelne Schutzmaßnahmen verbessert haben, gleichzeitig aber neue Funktionen zusätzliche Risiken schaffen. Auffällig ist außerdem, dass Plattformen auf Meldungen von Nutzer:innen häufig deutlich schlechter reagieren als auf offizielle Hinweise von jugendschutz.net. Besonders geringe Löschquoten nach Usermeldungen verzeichneten dabei YouTube und Discord.
Mehr als 15.000 Verstöße im Jahr 2025
Der Bericht dokumentiert außerdem die Arbeit von jugendschutz.net im vergangenen Jahr. Insgesamt wurden 15.099 Verstöße gegen Jugendschutzbestimmungen bearbeitet. Mit ca. 93 Prozent machten erneut Darstellungen sexualisierter Gewalt den größten Anteil aus. Insgesamt konnten durch die Arbeit von jugendschutz.net 96 Prozent der registrierten Verstöße entfernt werden. Gleichzeitig zeigt der Bericht, dass problematische Inhalte häufig erst dann konsequent entfernt werden, wenn jugendschutz.net die Anbieter offiziell auf Verstöße hinweist. Auf einfache Meldungen von Nutzer:innen reagieren Plattformen dagegen oft nur unzureichend.
Fazit
Der Jahresbericht macht deutlich, dass sich Risiken im Netz kontinuierlich verändern und mit technischen Entwicklungen neue Herausforderungen entstehen. Gleichzeitig zeigt er, dass wirksamer Jugendmedienschutz nicht nur funktionierende Schutzmaßnahmen der Plattformen voraussetzt, sondern auch deren konsequente Umsetzung.
Titel
Jugendschutz im Internet – Bericht 2025
quelle (Erscheinungsjahr)
jugendschutz.net (2026)
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