Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz an der KH Mainz
 
Kategorie: <span>Eltern</span>

Eltern besser erreichen – Handlungsansätze für die Medienpädagogik

Medienerziehung findet nicht im luftleeren Raum statt. Sie ist eingebettet in Familienalltage, geprägt von Zeitmangel, Unsicherheiten, unterschiedlichen Lebenslagen und sehr individuellen Erfahrungen mit digitalen Medien. Genau hier setzt das vorliegende Forschungsgutachten an. Es fragt danach, warum viele Eltern von medienpädagogischen Angeboten bislang nicht oder nur unzureichend erreicht werden und was sich daran ändern lässt.

Digitale Grauzonen: Radikalisierungspotenziale von islamistischen Videos und Kommentarspalten

Manchmal zeigen sich die größten Risiken dort, wo auf den ersten Blick scheinbar nichts Gefährliches passiert. Genau in diesen Zwischenräumen, sog. Grauzonen, setzt die vorliegende Studie der Landesanstalt für Medien NRW an. Sie untersucht, wie islamistische Inhalte auf Social Media funktionieren, die nicht offen strafbar sind, aber dennoch eine Wirkung entfalten, die Jugendliche und junge Erwachsene in problematische Denkmuster führen kann. Die Analyse blickt tief in einen Bereich, der in der Präventionsarbeit bisher zu wenig Beachtung gefunden hat: Videos, die emotional aufgeladen, identitätsstiftend und rhetorisch geschickt verpackt sind und deren Wirkung sich oft erst in den Kommentarspalten zeigt.

Video Trends 2025

Videos prägen heute den Alltag vieler Menschen wie kaum ein anderes Medium. Beim Scrollen durch soziale Netzwerke, beim Einschalten des Fernsehers oder unterwegs auf dem Smartphone – überall begegnen uns Bewegtbilder in unterschiedlichsten Formen. Ob kurze Clips für zwischendurch, Serienabende auf dem Sofa oder Nachrichten im Hochkantformat,  Videoangebote begleiten den Tagesablauf und sind fest in Routinen verankert. Die vorliegende Studie „Video Trends 2025“ zeigt eindrücklich, wie stark sich diese Nutzung in den vergangenen Jahren verändert hat, welche Formate besonders prägend sind und wie sich Videoangebote in ein zunehmend vielfältiges Medienökosystem einfügen. Gleichzeitig wird deutlich, dass sich die Rolle von Videos weiter wandelt, sie unterhalten nicht nur, sondern informieren, orientieren und beeinflussen oft ganz nebenbei.

How to sell democracy online (fast)

Politische Inhalte gehören längst zum digitalen Alltag junger Menschen – oft eingebettet zwischen Unterhaltung, Trends und persönlichen Stories. Genau hier setzt die aktuelle Studie „How to Sell Democracy Online (Fast)“ des Progressiven Zentrums e. V. an und zeigt, wie stark Social-Media-Plattformen wie Instagram und TikTok inzwischen das politische Meinungsbild prägen. Denn für viele Jugendliche sind sie der wichtigste Ort, an dem sie überhaupt mit Politik in Berührung kommen. Gleichzeitig offenbart sich ein Spannungsfeld: Während politische Informationen auf Kurzvideo-Plattformen allgegenwärtig sind, gelingt es moderat-demokratischen Akteur:innen bislang nur begrenzt, junge Nutzer:innen dort glaubwürdig und wirksam zu erreichen.

JIM-Studie 2025

Wenn Jugendliche über ihren Tag erzählen, spielt das Smartphone meistens eine Rolle, ob beim Austausch mit Freund:innen, beim Musikhören oder beim Scrollen durch Feeds. Digitale Medien gehören so selbstverständlich zum Aufwachsen dazu, dass es ohne regelmäßige Bestandsaufnahme kaum möglich wäre, Entwicklungen wirklich einzuordnen. Die JIM-Studie 2025 des medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (mpfs) liefert dafür erneut eine wichtige Grundlage. Sie zeigt nicht nur, welche Angebote Jugendliche nutzen, sondern auch, wie sie ihren eigenen Medienalltag erleben und wo Chancen sowie Belastungen liegen.

demo:create Actionkit

Kurzvideos, Trends und algorithmisch zusammengestellte Feeds prägen den Medienalltag vieler Jugendlicher. Meinungen, Fakten, Unterhaltung und Werbung liegen hier dicht beieinander und damit auch die Chancen für Beteiligung sowie Risiken durch Desinformation, Hate Speech oder subtile Manipulation. Mit dem demo:create Actionkit stellt die Amadeu Antonio Stiftung ein umfangreiches Materialpaket bereit, das genau in diesen Lebenswelten ansetzt und politische Bildung mit Medienkompetenz verbindet. Ziel ist es, Jugendliche nicht nur über Social Media sprechen zu lassen, sondern mit ihnen auf der Plattformlogik zu arbeiten – handlungsorientiert, kritisch und kreativ.