Digitalisierung in der Kinder- und Jugendhilfe

Digitalisierung in der Kinder- und Jugendhilfe

Digitalisierung in der Kinder- und Jugendhilfe. Kommentierte Mustergliederung für ein medienpädagogisches Konzept in Einrichtungen der Kinder- und JugendhilfeTablets, WLAN und digitale Dokumentation gehören in vielen Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe längst zum Alltag. Doch die eigentliche Herausforderung beginnt nicht mit der Anschaffung neuer Geräte, sondern mit der Frage, wie Digitalisierung pädagogisch sinnvoll gestaltet werden kann. Die vorliegende Handreichung des Landesverwaltungsamtes Stabsstelle Kommunikation und Referat Landesjugendamt setzt genau hier an und versteht Digitalisierung nicht als Selbstzweck, sondern als Aufgabe, die pädagogische Haltung, Schutz und Teilhabe miteinander verbindet.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung eines medienpädagogischen Konzepts, das zur jeweiligen Einrichtung passt. Statt starre Vorgaben zu machen, bietet das Material eine kommentierte Mustergliederung, die Fachkräfte dabei unterstützt, eigene Schwerpunkte zu setzen. Dabei wird deutlich, dass Medienpädagogik kein Zusatzthema ist, sondern Teil des Bildungs-, Erziehungs- und Schutzauftrags gegenüber Kindern und Jugendlichen.

Lebenswelt, Leitbild und Verantwortung zusammendenken

Ein zentraler Ausgangspunkt der Handreichung ist die Medienkindheit. Kinder und Jugendliche wachsen selbstverständlich mit digitalen Medien auf, was neue Entwicklungsaufgaben, Chancen und Risiken mit sich bringt. Einrichtungen sind deshalb gefordert, ihre pädagogischen Leitlinien im Hinblick auf digitale Lebenswelten zu reflektieren. Dabei geht es nicht um bewahrpädagogische Ansätze, sondern um eine Balance zwischen Schutz, Beteiligung und Förderung.

Das Material zeigt auf, wie medienpädagogische Leitlinien formuliert werden können, die sich am Selbstbild der Einrichtung orientieren. Fragen nach Haltung, Zielen und Zielgruppen stehen dabei im Vordergrund. Welche Rolle sollen Medien im Alltag spielen? Wie können Kinder und Jugendliche beteiligt werden? Und wie lassen sich unterschiedliche Perspektiven von Fachkräften, Eltern und jungen Menschen zusammenführen?

Struktur für Praxis, Schutz und Qualität

Neben pädagogischen Grundfragen widmet sich die Handreichung auch den strukturellen Rahmenbedingungen. Themen wie die Qualifizierung von Fachkräften, technische Ausstattung, Datenschutz und Gefährdungseinschätzung werden systematisch eingeordnet. Besonders wichtig ist der Fokus auf Schutzkonzepte, die Risiken digitaler Medien berücksichtigen, ohne Teilhabe zu verhindern. Dabei wird deutlich, dass Schutz nicht allein durch technische Maßnahmen entsteht, sondern durch Kompetenzförderung und transparente Regeln. Abschließend rückt die Qualitätssicherung in den Blick. Medienpädagogische Arbeit wird als Prozess verstanden, der regelmäßig reflektiert, überprüft und weiterentwickelt werden muss. Evaluation, Feedback von Kindern, Jugendlichen und Eltern sowie die Anpassung an neue mediale Entwicklungen sind dabei zentrale Bestandteile.

Titel

Digitalisierung in der Kinder- und Jugendhilfe. Kommentierte Mustergliederung für ein medienpädagogisches Konzept in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe

quelle (Erscheinungsjahr)

Landesverwaltungsamt Stabsstelle Kommunikation und Referat Landesjugendamt (2022)

Download als PDF über die Webseite des Herausgebers:

lvwa.sachsen-anhalt.de