Clearingstelle Medienkompetenz der Deutschen Bischofskonferenz an der KH Mainz
 
Eltern besser erreichen – Handlungsansätze für die Medienpädagogik

Eltern besser erreichen – Handlungsansätze für die Medienpädagogik

Eltern besser erreichen – Handlungsansätze für die Medienpädagogik. Forschungsgutachten für die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM)Medienerziehung findet nicht im luftleeren Raum statt. Sie ist eingebettet in Familienalltage, geprägt von Zeitmangel, Unsicherheiten, unterschiedlichen Lebenslagen und sehr individuellen Erfahrungen mit digitalen Medien. Genau hier setzt das vorliegende Forschungsgutachten der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) an. Es fragt danach, warum viele Eltern von medienpädagogischen Angeboten bislang nicht oder nur unzureichend erreicht werden und was sich daran ändern lässt.

Das Gutachten macht deutlich, dass mangelnde Nutzung medienpädagogischer Angebote nicht als Desinteresse oder Verantwortungslosigkeit von Eltern verstanden werden darf. Vielmehr zeigt sich ein komplexes Zusammenspiel aus strukturellen Barrieren, individuellen Voraussetzungen und Angebotslogiken. Viele Eltern wissen schlicht nicht, welche Unterstützungsangebote existieren oder fühlen sich von der Vielzahl an Informationen überfordert. Andere wiederum erleben Scham, Unsicherheit oder haben Sorge, bewertet zu werden, wenn sie Hilfe in Anspruch nehmen. Besonders betroffen sind dabei Eltern in belasteten Lebenslagen, etwa durch finanzielle Einschränkungen, geringe zeitliche Ressourcen oder sprachliche Hürden.

Zugleich zeigt die Analyse, dass sich elterliche Bedarfe stark unterscheiden. Während einige Eltern gezielt nach konkreten Handlungsempfehlungen suchen, benötigen andere zunächst Orientierung oder niedrigschwellige Einstiege in medienerzieherische Themen. Einheitliche Formate werden diesen unterschiedlichen Ausgangslagen oft nicht gerecht.

Was erfolgreiche Elternansprache ausmacht

Aus den Ergebnissen leitet das Gutachten zentrale Gelingensbedingungen ab. Entscheidend ist eine lebensweltnahe Ansprache, die an den Alltag von Familien anschließt und ohne belehrenden Ton auskommt. Vertrauensvolle Beziehungen, transparente Kommunikation und gut vernetzte Angebote spielen dabei eine zentrale Rolle. Auch flexible Formate, sowohl vor Ort als auch digital, können dazu beitragen, Zugänge zu erleichtern.

Besonders wichtig ist zudem der Perspektivwechsel. Nicht Eltern müssen sich an Angebote anpassen, sondern Angebote an die vielfältigen Lebensrealitäten von Eltern. Medienpädagogik wird damit als gemeinsame Unterstützungsaufgabe verstanden, die nicht defizitorientiert, sondern ressourcenbewusst arbeitet.

Fazit

Das Gutachten liefert wichtige Impulse für eine zeitgemäße medienpädagogische Elternarbeit. Es zeigt, dass nachhaltige Medienkompetenzförderung nur gelingt, wenn Eltern ernst genommen, niedrigschwellig angesprochen und strukturelle Hürden konsequent mitgedacht werden.

Titel

Eltern besser erreichen – Handlungsansätze für die Medienpädagogik. Forschungsgutachten für die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM)

quelle (Erscheinungsjahr)

Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) (2025)

Download als PDF über die Webseite des Herausgebers:

www.blm.de