Ein Klassenchat, ein weitergeleitetes Foto, ein vermeintlich harmloser Klick und plötzlich steht nicht mehr nur ein digitaler Konflikt im Raum, sondern möglicherweise eine Straftat. Gerade im schulischen Alltag können Situationen rund um Smartphones schnell eine Dynamik entwickeln, bei der Eltern und pädagogische Fachkräfte vor der Frage stehen, wie richtig damit umzugehen ist. Der Podcast „SchoolCrime – Smartphones in Kinderhand“ des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg greift genau solche Fälle auf und verbindet sie mit fachlicher Einordnung und konkreten Handlungsmöglichkeiten. Moderiert wird die regelmäßig erscheinende Reihe von der Medienpädagogin Saskia Nakari.
Digitale Konflikte anhand konkreter Fälle
Ausgangspunkt jeder Folge ist ein Fall aus dem schulischen Alltag. Anschließend ordnen Expert aus unterschiedlichen Bereichen die jeweilige Situation ein und beleuchten sowohl die Perspektive der Betroffenen als auch mögliche Motive der Täter. Dabei spielen nicht nur rechtliche Fragen eine Rolle. Im Mittelpunkt steht vor allem, was Eltern, Lehrkräfte und andere pädagogische Fachkräfte in einer solchen Situation konkret tun können und wie sich vergleichbaren Vorfällen vorbeugen lässt. Die einzelnen Folgen dauern etwa 30 bis 40 Minuten und können kostenfrei online gehört werden.
Inhaltlich deckt „SchoolCrime“ ein breites Spektrum an Herausforderungen ab, die Kindern und Jugendlichen im digitalen Raum begegnen können. Dazu gehören beispielsweise Cybermobbing, Cybergrooming, Sextortion, Gewaltvideos, extremistische Inhalte oder die Verbreitung intimer Bilder. Gleichzeitig greift der Podcast auch neuere Entwicklungen auf. So geht es unter anderem um KI-generierte Nacktbilder, Betrugsfälle mit KI oder Fake-Accounts. Andere Folgen beschäftigen sich mit Pornografie auf schulischen Geräten, Todesdrohungen per Sprachnachricht oder problematischen Inhalten auf Plattformen wie Snapchat, TikTok oder WhatsApp.
Unterstützung für den pädagogischen Alltag
Ein besonderer Mehrwert der Podcast-Reihe liegt in den begleitenden Handreichungen, die zu vielen Folgen zur Verfügung stehen. Sie greifen die wichtigsten Aspekte des jeweiligen Themas noch einmal auf und ergänzen die Audiofolgen um konkrete Tipps und Hilfestellungen. So können pädagogische Fachkräfte nicht nur einzelne Fälle nachvollziehen, sondern die Inhalte auch als Ausgangspunkt nutzen, um sich mit Prävention, Intervention und einem angemessenen Umgang mit digitalen Grenzüberschreitungen auseinanderzusetzen.
Fazit
Der Podcast richtet sich an Eltern und pädagogische Fachkräfte. Durch die Verbindung von konkreten Fallbeispielen, unterschiedlichen fachlichen Perspektiven und praxisnahen Handlungsempfehlungen eignet sich „SchoolCrime“ sowohl zur eigenen Information als auch für Fortbildungen und die Elternarbeit. Gerade weil digitale Konflikte und strafbare Inhalte im schulischen Umfeld sehr unterschiedliche Formen annehmen können, bietet die Reihe einen niedrigschwelligen Zugang zu Themen, bei denen im Ernstfall oft schnelles und zugleich überlegtes Handeln gefragt ist.
Titel
SchoolCrime Podcast — Smartphones in Kinderhand
quelle (Erscheinungsjahr)
Landesmedienzentrum Baden-Württemberg (2026)
Link zum Podcast: