Wenn Kinder und Jugendliche ihr Handy kaum noch aus der Hand legen, entsteht schnell Streit in Familien. Dabei geht es oft nicht nur um Bildschirmzeit, sondern um die Frage, welche Rolle digitale Medien im Alltag einnehmen. Werden Social Media, Games oder Streaming wichtiger als Schlaf, Schule, Freundschaften oder Hobbys, kann aus intensiver Nutzung ein ernstes Problem werden. Die vorliegende Broschüre „Always On?! Mediensucht bei Kindern und Jugendlichen“ von klicksafe setzt genau hier an und gibt Eltern Orientierung, wie sie Warnsignale erkennen und einen gesunden Medienumgang fördern können.
Nicht jede lange Bildschirmzeit ist automatisch ein Anzeichen für eine Sucht. Entscheidend ist vielmehr, ob Kinder und Jugendliche die Kontrolle über ihre Mediennutzung behalten. Von einer suchtartigen Nutzung sprechen Fachleute unter anderem dann, wenn digitale Angebote über längere Zeit andere Lebensbereiche verdrängen, die Kontrolle verloren geht und die Nutzung trotz negativer Folgen fortgesetzt wird.
Die Broschüre macht deutlich, dass die Übergänge oft fließend sind. Gerade deshalb ist es wichtig, Warnsignale frühzeitig wahrzunehmen. Dazu gehören beispielsweise sozialer Rückzug, Schlafprobleme, nachlassende schulische Leistungen oder die starke Beschäftigung mit Social Media, Gaming oder Streaming auch außerhalb der eigentlichen Nutzungszeit.
Warum digitale Angebote so fesselnd sind
Viele Apps, Plattformen und Spiele sind darauf ausgelegt, Nutzer:innen möglichst lange zu binden. Endloses Scrollen, automatische Wiedergaben, Push-Nachrichten, Belohnungssysteme oder personalisierte Empfehlungen sorgen dafür, dass das Weglegen des Smartphones schwerfällt. Besonders Kinder und Jugendliche sind für solche Mechanismen anfällig, da ihre Fähigkeit zur Impulskontrolle noch nicht vollständig entwickelt ist.
Hinzu kommt, dass digitale Angebote wichtige Bedürfnisse ansprechen. Dazu gehören Gemeinschaft, Anerkennung, Unterhaltung oder das Gefühl, nichts zu verpassen. Likes, Kommentare und virtuelle Erfolge können zu starken Belohnungserlebnissen führen und die Nutzung zusätzlich verstärken.
Medienkompetenz statt Panik
Gleichzeitig warnt klicksafe davor, hohe Bildschirmzeiten vorschnell als Sucht zu bewerten. Kinder und Jugendliche verbringen heute einen großen Teil ihrer Freizeit online. Entscheidend ist daher nicht allein die Dauer der Nutzung, sondern auch die Frage, wie digitale Medien genutzt werden und welchen Stellenwert sie im Alltag einnehmen.
Für Eltern empfiehlt die Broschüre, Interesse an der digitalen Lebenswelt ihrer Kinder zu zeigen, über Medienerfahrungen ins Gespräch zu kommen und gemeinsam Regeln zu vereinbaren. Ebenso wichtig sind medienfreie Zeiten, alternative Freizeitangebote und die Auseinandersetzung mit den Mechanismen digitaler Plattformen. Neben einer Checkliste zur Einschätzung möglicher Warnsignale enthält die Broschüre zahlreiche Tipps für den Familienalltag sowie Hinweise auf Beratungs- und Hilfsangebote.
Titel
Always on?! Mediensucht bei Kindern und Jugendlichen. Wie Eltern vorbeugen und Warnsignale erkennen können
quelle (Erscheinungsjahr)
klicksafe (2026)
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