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Antifeminismus online

Antifeminismus online

Antifeminismus online. Misogynie, toxische Männlichkeit und Feindbild „Feminismus“In Kommentarspalten, Kurzvideos und Meme-Formaten tauchen immer häufiger Inhalte auf, die Frauen abwerten, Gleichstellung ins Lächerliche ziehen oder queerfeindliche Feindbilder verbreiten. Oft werden solche Botschaften mit Humor verpackt, mit Ironie überblendet oder in mehrdeutige Codes gekleidet. Für Jugendliche ist diese Mischung aus Unterhaltung und Abwertung besonders präsent, weil sie an ihre alltägliche Mediennutzung anknüpft. Der aktuelle Report zu Antifeminismus online von jugendschutz.net bündelt Beobachtungen aus verschiedenen Plattformen und zeigt, welche Muster sich durchsetzen und wie sie Reichweite gewinnen.

Typische Muster und Zielrichtungen

Im Zentrum stehen Formate, die schnell konsumiert und leicht geteilt werden: Reels, Shorts, Memes, kommentierte Screenshots. Wiederkehrend sind Erzählungen, die Geschlechtergerechtigkeit als „Ideologie“ abwerten oder mit Schlagworten wie „Gender-Wahn“ delegitimieren. Die Angriffe richten sich dabei häufig gegen Aktivist:innen, Moderator:innen, Politiker:innen oder Influencer:innen, mit dem Fokus auf das Aussehen, das Privatleben oder vermeintliche Widersprüche. Queerfeindliche Narrative, insbesondere gegen trans* Personen, werden ebenfalls genutzt, um Angst zu erzeugen, Unsicherheit zu schüren und Diskussionen auf emotionale Nebengleise zu lenken. Entscheidend ist dabei die Verpackung wie jugendschutz.net zeigt: Ironische Brechungen und ambivalente Formulierungen erschweren die Moderation sowie mögliche Sanktionen und normalisieren zugleich die Grundbotschaft.

Konsequenzen für Prävention und Bildung

Für Pädagog:innen und Multiplikator:innen bietet der Report mehrere Anknüpfungspunkte. So können Schüler:innen in Lernanlässen, entsprechende Narrative analysieren (Welche Behauptung, welches Bild, welcher Effekt?), kontextualisieren (Wer sendet? Mit welchem Interesse? Welche Quelle?) und dekodieren (Humor, Codes, Insider-Bezüge). Besonders sinnvoll sind Aufgaben, bei denen Lernende problematische Inhalte anhand konkreter Kriterien prüfen, Gegenargumente erarbeiten und Schutzwege wie Meldesysteme und Ansprechstellen kennen. Parallel braucht es Plattformen, die Regeln nachvollziehbar durchsetzen, codierten Hass erkennen und Betroffene unterstützen und das nicht erst, wenn aus Abwertung offene Drohungen werden.

Fazit

Antifeministische Kommunikation ist online kein Randthema, sondern Teil wirksamer Aufmerksamkeitsstrategien. Wer Jugendliche stärken will, verbindet Medienkritik mit handlungspraktischem Wissen: lesen, prüfen, benennen, melden und Solidarität zeigen. So entsteht ein Umfeld, in dem Widerspruch möglich bleibt und diskriminierende Inhalte nicht unwidersprochen Mehrheitsfähigkeit gewinnen.

Titel

Antifeminismus online. Misogynie, toxische Männlichkeit und Feindbild „Feminismus“

quelle (Erscheinungsjahr)

 jugendschutz.net (2025)

Download als PDF über die Webseite des Herausgebers:

www.jugendschutz.net