Ein Videoprojekt am Nachmittag, gemeinsame Spielrunden oder Gespräche über Erlebnisse in sozialen Netzwerken, Medienbildung findet in der außerschulischen Jugendarbeit an vielen Stellen statt. Damit verbunden sind Fragen nach pädagogischen Zielen, dem Umgang mit Medien und den Voraussetzungen innerhalb der Einrichtung. Ein Medienkonzept kann dabei helfen, bestehende Angebote und unterschiedliche Vorstellungen zusammenzuführen und eine gemeinsame Grundlage für die weitere Arbeit zu schaffen. Unterstützung bietet dabei der vorliegende „Leitfaden zur Erstellung von Medienkonzepten für Einrichtungen der außerschulischen Jugendarbeit“ des Landesfachverbands Medienbildung Brandenburg e. V.
Das Material richtet sich an pädagogische Fachkräfte und Teams der außerschulischen Kinder- und Jugendarbeit, die ein Medienkonzept erarbeiten möchten. Die 14-seitige Publikation ist in zehn Themenbereiche gegliedert und verbindet kurze Erläuterungen mit handlungsleitenden Fragen. Ergänzende Formulierungsvorschläge veranschaulichen, wie sich die eigenen Überlegungen im Konzept festhalten lassen. Hinzu kommen Praxisideen und Verweise auf weiterführende Materialien. Dabei gibt der Leitfaden weder einen festen Umfang noch eine verbindliche Vorlage vor, damit Fachkräfte das Konzept an die Ressourcen und Bedürfnisse der jeweilige Einrichtung abstimmen können.
Gemeinsame Grundlagen und Ziele entwickeln
Zu Beginn stehen die Planung der Konzeptentwicklung und eine Bestandsaufnahme. Dabei geht es etwa darum, welche medienpädagogischen Angebote bereits bestehen, welche personellen, technischen und finanziellen Ressourcen zur Verfügung stehen und wo Fortbildungsbedarf besteht. Auch die Erwartungen von Kindern und Jugendlichen, Eltern und weiteren Beteiligten werden einbezogen. Darauf aufbauend regen die Fragen dazu an, sich im Team über die eigene medienpädagogische Haltung zu verständigen. In welchen Situationen können Jugendliche eigenverantwortlich mit Medien umgehen und wann benötigen sie Begleitung oder Schutz? Welche Fähigkeiten sollen gefördert werden? Der Leitfaden berücksichtigt dabei unter anderem Medienkritik, Mediengestaltung und eine selbstbestimmte Mediennutzung. Darüber hinaus werden inklusive Zugänge, die Orientierung an den Lebenswelten junger Menschen sowie rechtliche Rahmenbedingungen wie Datenschutz, Urheberrecht und Persönlichkeitsrechte aufgegriffen.
Medienbildung im Alltag umsetzen
Die anschließenden Themenbereiche widmen sich der Frage, wie aus den vereinbarten Zielen konkrete Angebote entstehen. Dazu gehören die Verteilung von Aufgaben, die Planung der Durchführung und die Organisation benötigter Fortbildungen. Für die pädagogische Praxis verweist das Material unter anderem auf eine Methodensammlung zur Arbeit mit Jugendlichen. Zugleich wird die regelmäßige Überprüfung des Konzepts berücksichtigt. Rückmeldungen von Kindern und Jugendlichen und Erfahrungen der Fachkräfte sollen dokumentiert und gemeinsam ausgewertet werden. So lässt sich feststellen, an welchen Stellen Anpassungen erforderlich sind. Auch veränderte Mediengewohnheiten, neue Interessen der Jugendlichen und aktuelle Medienentwicklungen können auf diese Weise in die weitere Arbeit einfließen.
Titel
Leitfaden zur Erstellung von Medienkonzepten für Einrichtungen der außerschulischen Jugendarbeit. Überlegungen und handlungsleitende Fragen
quelle (Erscheinungsjahr)
Landesfachverband Medienbildung Brandenburg e.V. (2026)
Download als PDF über die Webseite des Herausgebers: