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JIMplus 2026

Einen „guten Algorithmus“ müsse man sich erst einmal „züchten“, sagt eine 17-jährige Teilnehmerin der JIMplus-Studie 2026. Der Satz zeigt, wie selbstverständlich Jugendliche über Plattformlogiken, Feeds und ihre eigene Mediennutzung nachdenken. Genau diese Perspektive steht im Mittelpunkt der Sonderstudie „JIMplus 2026. Digitales Wohlbefinden von Jugendlichen in Deutschland“ des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest (mpfs). Sie fragt nicht nur danach, welche Angebote Jugendliche nutzen, sondern vor allem danach, was ihnen im digitalen Alltag guttut, was sie beschäftigt und wie sie selbst mit belastenden Erfahrungen umgehen.

Kinder- und Jugendschutz auf Social-Media Plattformen

Ein privates Teen-Konto, ein voreingestelltes Zeitlimit und ein eigener Jugendschutzmodus, auf den ersten Blick scheinen viele Social-Media-Plattformen junge Nutzer:innen besonders zu schützen. Ein genauerer Blick in die Einstellungen und Benutzeroberflächen zeichnet jedoch ein anderes Bild. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat untersucht, wie Facebook, Instagram, Snapchat, TikTok und YouTube die Vorgaben zum Schutz Minderjähriger umsetzen. Im Mittelpunkt stehen Artikel 28 des Digital Services Act (DSA) sowie die entsprechenden Leitlinien der Europäischen Kommission.

Stationenlernen zum Thema Desinformation

Ob eine Nachricht glaubwürdig ist, entscheidet sich nicht immer auf den ersten Blick. Reißerische Überschriften, manipulierte Bilder oder aus dem Zusammenhang gerissene Zahlen können selbst dann überzeugend wirken, wenn sie eine falsche Botschaft vermitteln. Mit dem „Stationenlernen zum Thema Desinformation“ stellt die Landesanstalt für Medien NRW ein umfangreiches Unterrichtskonzept bereit, das Jugendliche für solche Manipulationsversuche sensibilisiert. Das Material richtet sich an Schüler:innen zwischen 12 und 16 Jahren in den Klassenstufen sieben bis zehn und kann grundsätzlich in unterschiedlichen Unterrichtsfächern eingesetzt werden. Für die Durchführung ist mindestens eine Doppelstunde vorgesehen, das Konzept lässt sich jedoch auf mehrere Unterrichtsstunden ausweiten.

Frauenverachtender Trend „Junkofication“

Ein vermeintlich absurder Clip, eine Anspielung auf ein Videospiel oder ein Meme, dessen Bedeutung sich nicht sofort erschließt, Frauenverachtende Inhalte treten in Sozialen Medien nicht immer offen als solche auf. Häufig verstecken sie sich hinter Ironie, Insider-Witzen und popkulturellen Bezügen. Der aktuelle Report „Frauenverachtender Trend Junkofication“ von jugendschutz.net zeigt am Beispiel eines vor allem auf TikTok verbreiteten Trends, wie die Verhöhnung eines realen Gewaltopfers aus extremistischen Online-Nischen auf reichweitenstarke Plattformen gelangt. Dabei werden sexualisierte Gewalt verharmlost, die Betroffene verspottet und frauenfeindliche Weltbilder als schwarzer Humor getarnt.

Von der flachen Erde bis zur Lügenpresse

Manche Behauptungen wirken auf den ersten Blick so absurd, dass sie leicht als harmlos abgetan werden. Doch Verschwörungsmythen verbreiten sich heute schneller denn je über Soziale Netzwerke, Messenger und Videoplattformen und können gerade junge Menschen verunsichern oder in problematische Denkweisen hineinführen. Die vorliegende Broschüre „Von der flachen Erde bis zur Lügenpresse – Warum Verschwörungsmythen ein Problem sind und was Eltern und Fachkräfte dagegen tun können“ der Aktion Jugendschutz, Landesarbeitsstelle Bayern e.V. (aj) und der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) zeigt, wie Verschwörungsmythen und Fake News funktionieren, warum sie besonders für Kinder und Jugendliche problematisch sein können und wie pädagogische Fachkräfte sowie Eltern präventiv handeln können.

Companion AI

Viele Menschen nutzen KI inzwischen nicht mehr nur für Hausaufgaben, die Arbeit oder die Informationssuche. Chatbots werden zunehmend auch als Gesprächspartner, Ratgeber oder emotionale Begleiter eingesetzt. Welche Risiken mit dieser Entwicklung verbunden sind, untersucht die vorliegende Studie „Companion AI – Risiken von sykophantischen und suchtfördernden Designs von KI-Systemen, ihre rechtliche Erfassung und Handlungsempfehlungen“ des Zentrums für Digitalrechte und Demokratie. Dabei werden sowohl spezielle Companion-Apps wie Character.AI oder Replika als auch allgemeine KI-Systeme wie ChatGPT, Gemini, Claude oder Grok betrachtet.