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Islamismus im Netz. Lagebericht 2019/2020

Islamismus im Netz. Lagebericht 2019/2020

Islamismus im Netz Bericht 2019/ 2020Die noch immer anhaltende Corona-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen zum Infektionsschutz haben gezeigt, wie wichtig das Internets und die digitalen Medien sind. Dabei sind soziale Medien und Messenger-Dienste wie Instagram, TikTok und WhatsApp gerade für Jugendliche selbstverständliche Wege der Kommunikation und Information. So stößt man auf Facebook und Co. immer wieder auf interessante Artikel und Webseiten und weiß man etwas nicht, wird im Internet schnell nachgeschaut. Doch genau um diese Beliebtheit der sozialen Medien und des Internets wissen auch Extremist:innen. Dabei machen sie sich dieses Wissen zunutze, um Jugendliche und junge Erwachsene für ihre menschenverachtenden Ideologien zu gewinnen und den Islamismus im Netz zu verbreiten.

Der vorliegende Bericht von jugendschutz.net zeigt für den Zeitraum 2019/2020 einen positiven Trend. So sind Gewaltpropaganda und Darstellungen von Hinrichtungen nur noch selten auf jugendaffinen Plattformen zu finden. Dies ist vor allem auf den Niedergang des sogenannten „Islamischen Staats“ zurückzuführen sowie auf gute internationale Zusammenarbeit. Aber auch das verstärke Löschen von Inhalten und Accounts der einzelnen Netzwerkbetreiber spielt dabei eine wichtige Rolle. So wurden auf YouTube rund 77 Prozent der Fälle bzw. Verstöße gelöscht oder gesperrt (S. 23). Auf Facebook sind es sogar 97 Prozent (S.23).

Social-Media-Reichweite berühmter Sportler:Innen, Comedians und Musiker:innen

Dennoch appellieren islamistische Extremist:innen nach wie vor an die Unwissenheit und Gutgläubigkeit junger Menschen und nutzen deren Sinn für Gerechtigkeit schamlos aus. Dafür wird auch die Social-Media-Reichweite berühmter Sportler:innen, Comedians und Musiker:innen ausgenutzt, indem diese in Beiträgen verlinkt oder Zitate und Bilder von ihnen verwendet werden.

Fazit

Fakt ist, dass das islamistische Angebote von Extremist:innen die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen gefährden und beeinträchtigen können. Außerdem ist die Anzahl der gemeldeten Fälle immer noch sehr hoch. So meldete jugendschutz.net im Berichtszeitraum von Januar 2019 bis Dezember 2020 insgesamt 1649 Fälle, von denen rund 85 Prozent gesperrt oder gelöscht werden konnten (S. 21). Zudem weist das Verhältnis zwischen erfolgreichen Usermeldungen und den direkten Meldungen von jugendschutz.net darauf hin, dass ein großer Teil der gemeldeten Inhalte von den Diensten zunächst falsch eingeschätzt wurden. Aus diesem Grund bedarf es vor allem in den Supportabteilungen der verschiedenen Plattformen und Diensten themenspezifischer Schulungen.

Titel:

Islamismus im Netz Bericht 2019/2020

Quelle (Erscheinungsjahr):

Jugendschutz.net (2020)

Download als PDF über die Webseite des Herausgebers:

www.jugendschutz.net


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