Mehrwert. Digitale Bildung

Titelbild Mehrwert Digitale BildungWas ist eigentlich „Digitale Bildung“ und welchen Mehrwert hat diese gegenüber einem „Weitermachen wie bisher“?
Das ist die Kernfrage der neuesten Broschüre der Fachstelle medien und kommunikation des Erzbistums München und Freising. Der Autor will dabei keine Position pro oder contra einnehmen. Sondern es geht um die neuen Möglichkeiten der Gestaltung von Bildungsprozessen angesichts der Digitalisierung bzw. des digitalen Wandels.

Matthias Wörther fragt zunächst anhand der Begriffe Anthropozän, Inkarnation, Information und Zeit nach den anthropologischen und theologischen Implikationen von Digitalisierung. In einem zweiten Schritt erläutert und hinterfragt er zentrale Begriffe der Digitalisierung – KI, Expertensysteme, Mustererkennung, Regelwelten und Robotik.

Im dritten Teil entwickelt Wörther aus der Kritik am Begriff der „digitalen Bildung“ Perspektiven für ein Verständnis der Digitalisierung. Der Horizont aller Überlegungen ist und bleibt dabei das christliche Menschenbild. „Allerdings ist die digitale Revolution auch für die christliche Anthropologie ein offener Prozess: Die Antworten liegen nicht immer schon parat.“

Anschließend konkretisiert er die Überlegungen entlang der Themen Coding, Taxonomien, Übersetzungen, Geschichte sowie Musik, Sport, Kunst: Welche Fragen müssten Schülerinnen und Schüler zu entsprechenden curricularen Inhalten formulieren? Welche kritischen Fragen sind an die digitalen Phänomene zu stellen?

Vom Mehrwert der Digitalisierung

Schließlich geht es im sechsten Schritt um den Mehrwert in den Bereichen Vernetzung, Big Data, Bildgebung und 3D. Was sind jeweils die Möglichkeiten jenseits ökonomischer Verwendungszusammenhänge? Was lässt sich in schulischen und kirchlich-pastoralen Kontexten damit anfangen? Die Antworten sind bewusst skizzenhaft und vorläufig – und gerade deshalb anregend.

Die Hinweise, Gedanken und Fragen zu jedem Begriff umfassen eine Seite; der textliche Gehalt ist entsprechend „dicht“. Stoff zum Nach- und Weiterdenken findet sich trotz der knappen Darstellung reichlich! Manches bleibt skizziert und pointiert. Weitere Aspekte ließen sich an einigen Stellen ergänzen. Manche medienpädagogische und bildungspolitische Position findet sich auch anderer Stelle, z.B. in den Papieren der Initiative „Keine Bildung ohne Medien (KBoM)“. Die Breite der Anregungen und Verknüpfungen ist erfreulich, die theologische Grundierung gelungen. Insgesamt gelingt eine ebenso anregende wie lesenswerte Verknüpfung von theoretischen Hintergrund-Informationen und praktischen Anregungen. Denn „digitale Bildung“ ist letztlich „Bildung für eine digitale Welt“ – und das ist weit mehr als bloß „kompetenter Umgang mit neuer Technik und ihr möglichst effizienter Einsatz in Bildungsprozessen“ (S. 30).

 

Titel:

Merhwert. Digitale Bildung (muk-Publikationen 71)

Autor/Herausgeber (Erscheinungsjahr):

Matthias Wörther/muk – Medien und Kommunikation Fachstelle der Erzdiözese München und Freising (2019)

Download als Pdf über die Website des Herausgebers:

www.m-u-k.de

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