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Rechtsextremismus im Netz – Bericht 2020/21

Rechtsextremismus im Netz – Bericht 2020/21

Bericht 2020/21 Rechtsextremismus im NetzWie schon in vergangen Jahren hat jugendschutz.net erneut einen Bericht zum Thema Rechtsextremismus vorgelegt. Dabei erlebt dieser aufgrund vergangener und aktueller Krisen einen traurigen Boom. Denn menschen- und demokratiefeindliche Posts im Netz entstehen häufig entlang gesellschaftlicher Bruchstellen, also im Rahmen von Themen, die junge Menschen bewegen. So sind seit März 2020 vor allem die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Maßnahmen zur Eindämmung zentrale Anknüpfungspunkte für Hass im Netz und der Verbreitung von Verschwörungserzählungen. Und auch die Flutkatastrophe in Deutschland im Jahr 2021 wurde zum rechtsextremen Kampagnenthema.

Pandemie als Katalysator

Der vorliegende Bericht von jugendschutz.net zeigt anhand verschiedener Beispiele, wie Rechtsextreme das Internet und die digitalen Medien für ihre Zwecke nutzen, und beleuchtet Methoden, die vor allem junge Nutzer:innen ansprechen. So zeigt sich besonders die Pandemie als Katalysator zur Verbreitung hasserfüllter Nachrichten. Diese richten sich zum einen gegen asiatische Menschen, weil in China das Virus ausgebrochen ist. Aber auch gegen geflüchtete Menschen, da diese, nach Auslegung der Maßnahmen zur Eindämmung, ebenfalls „zu Hause“ bleiben müssten.

Positiv im Zusammenhang mit Falschinformationen ist hingegen das verstärke Vorgehen verschiedener Plattformen zu bewerten. So untersagte Instagram Falschinformationen zu Covid-19 und erweiterte die Richtlinien bezüglich Black-Face-Darstellungen und Vorurteilsbotschaften gegen jüdische Personen. Außerdem sperrten Twitter und YouTube 2020 und 2021 massenhaft Konten der rechtsextremen „Identitären Bewegung“. Gleichzeitig führte genau das auch zum Rückzug der Akteur:innen auf andere Plattformen wie den Messenger-Dienst Telegram oder das immer beliebter werdende TikTok.

Nach wie vor sieht jugendschutz.net die größte Verantwortung bei den Diensten und Plattformbetreibern selbst. So ist die Reaktion der Anbieter auf Meldungen von Unser:innen unzureichend, da nur weniger als die Hälfte tatsächlich gelöscht werden. Und auch die Supports bedürfen einer Verbesserung.

Wer ein größeres Gesamtbild zur Situation rund um die Entwicklungen in Sachen Rechtsextremismus im Netz erhalten möchte, kann auf dieser Seite den Bericht über Rechtsextremismus im Netz 2018/19 zurate ziehen.

Titel:

Rechtsextremismus im Netz. Bericht 2020/21

Quelle (Erscheinungsjahr):

jugendschutz.net (2021)

Download als PDF über die Webseite des Herausgebers:

www.jugendschutz.net


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