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Rechtsextremismus und Gaming

Rechtsextremismus und Gaming

Rechtsextremismus und Gaming, Ein komplexes Verhältnis Videospiele und die dazugehörigen Streaming-Plattformen wie Twitch, Discord oder Steam sind längst keine Nischenbeschäftigung mehr und erfreuen sich bei Menschen verschiedener Altersgruppen großer Beliebtheit. Neben Erwachsenen zählen dazu vor allem Kinder und Jugendliche. Das auch Rechtsextreme hier versuchen anzudocken, um ihre Ideologien zu verbreiten, ist deshalb nicht verwunderlich. Durch den Gebrauch einer gewissen Sprache und die gekonnte Einsetzung visueller Elemente versuchen sie  antidemokratisches, fremdenfeindliches und rassistisches Gedankengut zu verbreiten. Das Verhältnis zwischen Rechtsextremismus und Gaming ist dabei ein multidimensionales. Sollen deshalb Rückschlüsse gezogen, Problematiken aufgezeigt und präventive Handlungsmöglichkeiten erarbeitet werden, bedarf es eines differenzierten Blickes.

Rechtsextremismus und Gaming

Die vorliegende Broschüre von jugendschutz.net nimmt die vielschichtigen Bezugspunkte zwischen Rechtsextremismus und Gaming in den Fokus und thematisiert im Zuge dessen den unzureichenden Schutz durch verschiedene Dienstanbieter:innen und das Fehlen bestimmter Anknüpfungspunkte im Bezug zur Extremismusprävention.

Dass Rechtsextreme ihre Propagandainhalte so gestalten, dass diese bestmöglich an die Lebenswelt junger Menschen andocken, ist keine Seltenheit mehr und passiert auch auf Social-Media-Plattformen. Dabei finden menschenverachtende oder NS-relativierende Inhalte unter anderem deshalb Verbreitung, weil Rechtsextreme selbst zur eigenen Kommunikation bestimmte Softwares und Plattformen in der Gaming-Branche nutzen. Und auch zwischen rechtsextremistischen Anschlägen und Gaming besteht ein Zusammenhang. So filmten sich einige Attentäter:innen bei ihrer Tatausführung und versuchten dies live im Netz zu streamen. Dabei erinnert die Ich-Perspektive stark an einen Ego-Shooter, was im Umkehrschluss auch online eben genau solche Referenzen evoziert.

Prävention und Schutz

jugendschutz.net sieht aus Sicht des Jugendmedienschutzes mehrere Problemlagen und beobachtete nur selten eine Moderationen durch die einzelnen Plattformen. Außerdem reagieren diese nur unzureichend auf Hinweise. Dies liegt laut jugendschutz.net vor allem an fehlenden Mitarbeiter:innen in diesem Bereich. So sind nach Angaben der Plattform Steam lediglich 26 Personen eingesetzt, um die Community mit monatlich über 90 Millionen Nutzer:innen zu modieren. Von diesen sind 13 ehrenamtliche User:innen.

Das Potenzial, Games im Zusammenhang mit Extremismusprävention attraktiv zu gestalten, ist groß und bedarf aufgrund der gefährlichen und wichtigen Thematik unbedingt mehr Aufmerksamkeit. Eine Beschäftigung mit dem Thema ist sinnvoll. Denn so können auf spielerische Art und Weise Radikalisierungsfaktoren verständlich, Diskriminierungserfahrungen nachvollziehbar gemacht oder Zivilcourage eintrainiert werden!

Titel:

Rechtsextremismus und Gaming. Ein komplexes Verhältnis

Quelle (Erscheinungsjahr):

jugendschutz.net (2020)

Download als PDF über die Webseite des Herausgebers:

www.hass-im-netz.info


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