Geschickt geklickt!

Titelbild der Broschüre "Geschickt geklickt"Die meisten Menschen nutzen das Internet gewinnbringend für sich. Doch es existieren auch negative Phänomene, wie exzessive Internetnutzung und Cybermobbing, die in der pädagogischen Arbeit nicht vernachlässigt werden dürfen. In einem Kooperationsprojekt haben die Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen und die Universität Duisburg-Essen daher untersucht, welche Faktoren dysfunktionale Verhaltensweisen in der Internetnutzung begünstigen und welche Rolle die Vermittlung von Internetkompetenz für die Prävention spielen kann. Die Forschungsarbeit und ihre wichtigsten Ergebnisse beschreiben die AutorInnen in einem 21-seitigen Whitepaper mit dem Titel „Geschickt geklickt“.

Im ersten Teil werden die Ziele und der Erkenntnisgewinn der einzelnen Projektphasen dargestellt. Dabei stand die Untersuchung der Internetkompetenz im Mittelpunkt. Die AutorInnen der Studie analysierten daraufhin die verschiedenen Dimensionen von Internetnutzungskompetenz einerseits und einzelner Persönlichkeitsmerkmale andererseits. Sie konnten zeigen, dass die Teilbereiche von Internetkompetenz unterschiedlichen Einfluss haben. So kann die Fähigkeit zur Selbstregulation das Risiko für eine Internetnutzungsstörung reduzieren, starke Kompetenzen in anderen Dimensonen wie „Technische Expertise“ und „Produktion und Internaktion“ das Risiko hingegen erhöhen. Außerdem begünstigen beispielsweise psychopathologische Symptome wie Depression oder soziale Ängstlichkeit die Tendenz zu einer Internetnutzungsstörung. Soziale Faktoren wie Geselligkeit hingegen scheinen eher abschwächend zur wirken.

Weiterhin bündeln die AutorInnen im Whitepaper Kriterien, die zur Diagnose einer Internetnutzungsstörung herangezogen werden oder die dazu dienen, eine Handlung als Cybermobbing einzuordnen. Auf Basis dieser Erkenntnisse leiten sie praktische Folgerungen und Handlungsempfehlungen ab, mit denen MedienpädagogInnen und Lehrkräfte Heranwachsende in einem gewinnbringenden Umgang mit dem Internet unterstützen können.

Selbsttest zur Smartphone-Nutzung
Da Selbstregulation und Selbstreflexion zwei wichtige Aspekte sind, die zu einer förderlichen Internetnutzung beitragen, wurde im Rahmen des Forschungsprojekts weiterhin ein niedrigschwelliges Test-Tool entwickelt, das zur Reflexion über die eigene Internet- und Smartphone-Nutzung anregen soll. Im zweiten Teil des Whitepaper ist daher auch der Selbsttest namens ReSeT enthalten. In diesem werden Alltagssitationen beschrieben, in denen das Smartphone eine Rolle spielt. Verschiedene Antwortmöglichkeiten stehen dabei zur Auswahl. Am Ende des Selbsttests steht dann eine Auswertung, die ein Feedback zum eigenen Umgang mit dem Mobiltelefon gibt.

Die ausführlichen Forschungsergebnisse sind im VISTAS Verlag veröffentlicht: Benjamin Stodt, Elisa Wegmann & Matthias Brand (2018): Geschickt geklickt! – Reflexion und Selbstregulation bei der Internetnutzung (Schriftenreihe Medienforschung der  Landesanstalt für Medien NRW, Bd. 79).

Die AutorInnen der Studie forschten bereits im Jahr 2015 zum Zusammenhang von Internetnutzungskompetenzen, Internetsucht und Cybermobbing bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die damaligen Ergebnisse finden sich zusammengefasst unter dem gleichen Namen.

 

Titel:

GESCHICKT GEKLICKT! Zur Unterstützung einer selbstregulierten und reflektierten Internet- und Smartphone-Nutzung. Studienergebnisse und Tipps für Fachkräfte und pädagogisch Tätige

Autor/Herausgeber (Erscheinungsjahr):

Stodt, Benjamin; Wegmann, Elisa; Brandt, Matthias / Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (2018)

Download als Pdf über die Website des Herausgebers:

publikationen.medienanstalt-nrw.de

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