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Hidden Codes

Hidden Codes

Hidden CodesCDs mit politisch eindeutigen Songs auf dem Pausenhof verteilen war gestern. Radikalisierung geht über Social Media einen anderen Weg. Sowohl was Verschwörungserzählungen als auch Rassismus angeht: Über Algorithmen stellt sich ganz schnell eine Filter-Bubble ein. So merken Menschen nicht unbedingt, dass ihnen radikale Inhalte begegnen. Dadurch geraten auch junge Menschen in Gedankenkonstrukte hinein, die sie nicht unbedingt vertreten. Dies geschieht beispielsweise über junge Influencer:innen auf sozialen Plattformen. Neben Themen wie Feminismus und Nachhaltigkeit tauchen rechte Symbole auf. Doch was tun, wenn Freund:innen in diese Szenen rutschen? Anschaulich aufgearbeitet zeigt das Spiel Hidden Codes Handlungsmöglichkeiten auf.

Zwei Geschichten ein Thema

Das Mobile Game der Bildungsstätte Anne Frank funktioniert über eine klassisch aufgebaute Social-Media-Oberfläche. Zu Beginn wird ein eigenes Profil erstellt. In privaten Chats kommunizieren Spieler:innen mit fiktiven Personen. Diese haben eigene Profile, die es sich anzuschauen lohnt. Denn in den Beschreibungen und Kommentare finden sich wichtige Hinweise für den weiteren Verlauf der Geschichte. Episode 1 und 2 beinhalten jeweils den Auftrag, etwas zu recherchieren und einen Beitrag darüber zu verfassen. Die Handlung entwickelt sich über Chats stetig weiter, auf die mit einer kleinen Auswahl an Antwortmöglichkeiten Einfluss genommen werden kann.

In Episode 1 geht es um Emilia. Sie ist die freundliche „Nachbarin“ und vermittelt die Spieler:innen an den Schüler:innenzeitungsblog „Hauspost“. Doch Emilia droht sich vom rechten Gedankengut einer gewissen Patricia einlullen zu lassen. Aufgabe der Spieler:innen ist es daher, rechte Symbole zu erkennen und Emilia diese aufzuzeigen.

Ähnlich aufgebaut konfrontiert Episode 2 mit antisemitischen Verschwörungserzählungen. Es gilt für den Schulblog einen möglichst gut recherchierten Artikel über einen vermeintlich rechten Gamer zu schreiben. Dabei gilt es herauszufinden, ob der ehemalige Mitschüler Philipp in rechtspopulistisch motivierte digitale Angriffe verstrickt war.

Fazit

Radikale Strömungen scheinen oftmals unscheinbar, doch haben sie ihre Codes und Erkennungszeichen. Wer die Symbole oder „Codes“ erkennt, kann sich klar abgrenzen. Das Mobile Game ist ein lebensweltnaher Weg vor allem Jugendlichen dabei zu helfen. Hilfreich sind dafür Kontext und Rahmenhandlung der App. Sie zeigen künstlerisch auf, wie mit (drohender) Radikalisierung umgegangen werden kann. Mit dem #wirgegenrechts positionieren sich Spieler:innen in und außerhalb des Mobile Games und zeigen eine klare Haltung.

Unter den Schlagwörtern „Verschwörungserzählungen“ und „Extremismus“ lassen sich auf mekomat.de weitere Informationen und Materialien passend zum Thema zu finden.

Titel

HIDDEN CODES

Quelle (Erscheinungsjahr)

Bildungsstätte Anne Frank e.V. (2021)

Der Download ist über den Appstore möglich. Informationen gibt es auf der dazugehörigen Website.

hidden-codes.de


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One comment

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