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JIM-Studie 2021

JIM-Studie 2021

JIM-Studie 2021 - TitelbildSeit 1998 führt der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest mpfs jährlich eine repräsentative Studie zu Medienaneignung und -nutzung Jugendlicher durch. Da die JIM-Studie 2021 schon die zweite Ausgabe unter den Vorzeichen der Corona-Pandemie ist, sind interessante Ergebnisse zu erwarten. Denn zum Zeitpunkt der Befragung im Frühsommer 2021 waren die Rahmenbedingungen deutschlandweit sehr unterschiedlich. Infolgedessen waren auch die Lebensumstände mit Inzidenzwerten von unter 10 bis über 120 vor Ort sehr verschieden, was es bei der Beurteilung der Ergebnisse zu berücksichtigen gilt.

Neben umfangreichen Daten zur Medienausstattung Jugendlicher sowie der Haushalte, in denen Jugendliche leben, fragt die JIM-Studie 2021 auch nach der Nutzung einzelner Mediengattungen. Dabei ist die Internetnutzung nach einem starken Anstieg im Jahr 2020 (+53  Min.) in diesem Jahr um 17 Minuten zurückgegangen. So liegt die durchschnittliche Zeit, die Jugendliche nach eigener Einschätzung täglich im Netz verbringen, nun bei 241 Minuten. Dennoch liegt dieser Wert mit vier Stunden weiterhin deutlich über dem Niveau der Zeit vor der Corona-Pandemie (2019: 205 Min., 2018: 214 Min.). Gefragt nach den wichtigsten Apps liegt weiterhin WhatsApp (78 %) mit deutlichem Abstand vor Instagram (37 %) und YouTube (27 %). Den größten Zuwachs hat der Viertplatzierte TikTok (22 %, +12 PP).

Desinformationen und Beleidigungen im Netz

Weitere Themen, die in der JIM-Studie 2021 näher beleuchtet werden, sind die Bewertung des digitalen Unterrichts aus Sicht der Schüler:innen und die subjektive Sicherheit bei der Nutzung von Social-Media-Plattformen. Weiterhin fragt die Studie nach Themeninteressen und bevorzugten Informationsquellen Jugendlicher.

Außerdem liegt diesmal ein Fokus auf der Konfrontation Jugendlicher mit Desinformation und Beleidigungen im Netz. 58 Prozent der Jugendlichen gaben an, allein im Monat vor der Befragung mit Hassbotschaften im Internet konfrontiert worden zu sein, 56 Prozent mit extremen politischen Ansichten sowie etwa die Hälfte mit Verschwörungstheorien und beleidigenden Kommentaren. Fake News liegen bei 42 Prozent. Lediglich 23 Prozent der Jugendlichen konnten von sich sagen, im letzten Monat keinem dieser Phänomene begegnet zu sein.

Die Autor:innen ziehen das Fazit, dass sich nach der Sondersituation im Jahr 2020 eine Normalisierung des Mediennutzungsverhaltens abzeichnet. Die insgesamt sehr intensive Mediennutzung wie auch die angesprochenen Problemfelder verdeutlichen aber einmal mehr die Notwendigkeit der Vermittlung von Medienkompetenz.

Titel:

JIM-Studie 2021. Jugend, Information, Medien. Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger

Quelle (Erscheinungsjahr):

Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest (Hrsg.) (2021)

Download als PDF über die Website des Herausgebers:

www.mpfs.de


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