Lagebericht Islamismus im Netz 2018

Coverbild der Veröffentlichung mit Titel Islamistische Gruppen nutzen soziale Medien, um ihre Botschaften zu verbreiten. Auf diesem Weg erreichen sie junge Menschen und können sie – mal mehr oder weniger subtil – für ihr Weltbild ködern. Dabei greifen sie gezielt Themen wie Identität, Zugehörigkeit, Anerkennung und Rassismus auf, die in der Lebenswelt von Jugendlichen eine zentrale Rolle spielen. Wie genau die Akteurinnen und Akteure entsprechende Dienste nutzen, hat jugendschutz.net daher untersucht. Bereits für das Jahr 2017 liegt ein Lagebericht Islamismus vor; neue Ergebnisse der Untersuchung bündelt der hier beschriebene Lagebericht 2018.

In diesem liegt der Schwerpunkt auf der Darstellung von Dimensionen und Trends islamistischer Propaganda. Entsprechende Gruppierungen versuchen, niedrigschwellig möglichst viele UserInnen in sozialen Netzwerken zu erreichen. Dazu greifen sie gezielt aktuelle Debatten, aber auch jugendkulturelle Phänomene auf. Sie legen ebenfalls Wert auf eine „coole“ Gestaltung von Botschaften, um so die Zielgruppe zum Teilen und Liken zu animieren. Des Weiteren bieten Anleihen aus Filmen oder Comics zusätzlichen Wiedererkennungswert.

Verschwörungstheorien und islamistische Narrative

Ein weiteres Beispiel: Unter dem Vorwand, gegen ein angeblich drohendes Kopftuchverbot zu protestieren, nutzten Islamisten den Hashtag#NichtOhneMeinKopftuch, um ihre Botschaften breit zu streuen. Ähnlich dienen ihnen auch islamistische Anschläge dazu, Verschwörungstheorien und islamistische Narrative zu streuen. Durch unterschwellige Propaganda schüren sie auf diese Weise Ängste und zielen auf eine Abwendung von demokratischen Werten ab.

Die AutorInnen von jugendschutz.net zeigen im Lagebericht Islamismus 2018 weiterhin auf, wie einzelne Dienste wie Instagram und Telegram konkret genutzt werden. Außerdem fassen sie konkrete Fälle von Verstößen zusammen, die sie im Rahmen der Untersuchung entdeckten. Die gute Nachricht: Oft konnte durch direkte Kontaktaufnahme bei den Diensten eine rasche Löschung der Inhalte erreicht werden. Jedoch konstatiert jugendschutz.net ebenfalls, dass die Anbieter weniger schnell auf Beschwerden von UserInnen reagieren.

Zusammenfassend bietet die Broschüre einen guten Einblick in die Arbeit von jugendschutz.net und ermöglicht auf wenigen Seiten einen Eindruck der Art und Weise, wie islamistische Gruppierungen Social-Media-Angebote für sich nutzen. Insbesondere für alle, die mit Jugendlichen oder jungen Erwachsenen arbeiten, ist es sinnvoll, die Strategien islamistischer Akteure zu kennen, um möglichst früh pädagogisch intervenieren zu können.

Titel:

Lagebericht 2018: Islamismus im Netz

Autor/Herausgeber (Erscheinungsjahr):

jugendschutz.net (2019)

 

Download als Pdf über die Website des Herausgebers:

www.jugendschutz.net

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