Gamegirls und Gameboys

Junge und Mädchen am Handy; Titelbild der Broschüre zu Computerspielen und dem Thema Geschlecht Jungen sind Superhelden und Mädchen sind Prinzessinnen. Auch in Computerspielen tauchen diese Art von Vorurteilen im Hinblick auf das Geschlecht häufig auf. Dabei sieht die Geschlechtergerechtigkeit in der echten Welt anders aus: In der heutigen Gesellschaft versuchen Eltern gegen Sexismus und der Darstellung der Frauen als Sexobjekte anzukämpfen. Allerdings haben Computerspiele nicht immer dieselbe Intention wie Eltern. Kein Wunder also, dass ihnen die Darstellung von bestimmten Rollen im virtuellem Leben nicht zusagen.

Abwertung aufgrund des Geschlechts

Auf der anderen Seite ermöglichen Computerspiele eine Möglichkeit, Personen zu erschaffen, die die SpielerInnen gerne sein möchten. Daher spiegeln fiktive Spielfiguren oft das perfekte Schönheitsideal wieder. Dennoch: Obwohl Frauen und Männer die gleichen Stärken im Spiel haben, macht es im realen Leben einen großen Unterschied, ob sich hinter der fiktiven Figur ein Mädchen oder ein Junge verbirgt. Vor allem Mädchen machen bei Onlinespielen oft die Erfahrung, dass ihr Können im Spiel aufgrund ihres Geschlechts abgewertet wird. Zusätzlich kommt es öfter zu Hate Speech sowie frauenfeindlichen, sexistischen oder homophoben Beschimpfungen. Klar ist dabei, dass Jugendliche vor diesem schädlichen Einfluss bewahrt werden müssen.

Das JFF – Institut für Medienpädagogik und das Medienzentrum Parabol haben im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales eine kleine Broschüre zu diesem Thema erarbeitet. Sie ist Teil einer Reihe namens „Game Life“ und richtet sich an Eltern von 12- bis 16-Jährigen.

Die Broschüre klärt in dem Kapitel „Worum geht es?“ die Problematik und Schwierigkeit von Geschlechterrollen in virtuellen Spielen auf. Im kommenden Kapitel „Was ist zu tun?“ bekommen Eltern und PädagogInnen Tipps und Tricks für die Praxis. Zum Beispiel wird erklärt, wie sie ihre Erziehungsziele trotz dem schlechten Einfluss der Computerspiele erreichen können. Denn vor allem Eltern wissen, dass Verbote oft das Gegenteil bewirken.

Neben Informationen zum Thema Computerspiele und Geschlecht will die Broschüre zwischen Eltern und Jugendlichen vermitteln. Dafür macht sie die verschiedenen Sichtweisen deutlich. Dadurch können Eltern ihre Kinder und Kinder ihre Eltern besser verstehen.

Die Broschüre „Gamegirls und Gameboys“ gibt es nicht nur als deutsche Ausgabe, sondern auch in englischer, sowie in türkischer Sprache  kostenlos zum Download.

Auch zu weiteren Themen wie Gewalt in Computerspielen sowie Medienzeit gibt es Broschüren in der Reihe GameLife.

Titel:

Game Life – Gamegirls und Gameboys. Computerspiele und das Thema Geschlecht

Autor/Herausgeber (Erscheinungsjahr):

JFF – Institut für Medienpädagogik und Medienzentrum Parabol im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Familie, Arbeit und Soziales (2019)

Download als Pdf über die Website des Herausgebers:

www.games.jff.de

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